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>> Parkerisierung von Weinen
>> Internationale Weine - Trend oder Experiment?
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Parkerisierung von Weinen

Es steht ausser Zweifel, dass Robert Parker einer der angesehensten und engagiertesten Weinkritiker der Jetzt-Zeit ist. Darüber hinaus polarisiert er ungemein. Absicht?
Parker gehört zu einer ganzen Reihe von geschätzten und hervorragenden Weinkennern und –kritikern. Alle diese Fachleute haben zunächst nur eines im Sinn: guten Wein zu erkennen und diesen nach anerkannten internationalen Richtlinien fair zu bewerten.
Alljährlich warten die Winzer im Bordeaux, dort hauptsächlich, auf die Urteile von Parker. Meist werden die Preise für den neuen Jahrgang erst dann genannt, wenn die Bewertungen feststehen.
Parker ist bekennender Bordeaux-Fan. Er ist einer der wenigen, der regelmäßig Schlagzeilen macht. Und die anderen? Weniger spektakulär, doch genauso effizient, aber eben mehr im Hintergrund arbeiten diese Spezialisten. Und sie bewerten genauso gut!

Manchmal ruft Parker bei Bewertungen von Weinen offenes Unverständnis hervor, siehe aktuelle Riesling-Bewertung. Manchmal werden Weine wie z.B. Baltasar oder Artazuri, die bei etwa 6 Euro liegen, mit hohen Bewertungen (94/92 PP) 'in den Markt entlassen'. Kaum angeboten fängt der Hype an. 'Jeder' will den Wein haben und letztlich werden die Flaschen bei ebay zum dreifachen Preis versteigert. Verrückt? Vielleicht.
Ist dieser 94-Punkte-Wein jetzt tatsächlich vergleichbar mit z.B. einem Numanthia? Punktemässig sicherlich ja. Und Wertemäßig?
Eine abschließende Beantwortung ist unter objektiven Gesichtspunkten fast nicht möglich. Die 'wertemäßige' Beurteilung eines Weines geschieht unter Einbeziehung einer Vielzahl von subjektiven Kriterien, darunter zählen eben auch die Vorlieben für Anbaugebiete, Rebsorten etc. Und auch die mögliche Langlebigkeit eines Weines. Keiner wird ernsthaft behaupten, dass Artazuri die gleiche Lagerfähigkeit wie Numanthia hat (3/20 Jahre). Bei der Verkostung jedoch hat Parker die Weine 'gleich' bewertet und zwar ausschließlich nach tatsächlichen 'Geschmackspunkten'.

Schön ist daran, dass auch Parker diese Weine entdeckt hat. Parker gibt uns nicht vor, welchen Geschmack wir haben sollen oder sollten. Er zeigt uns lediglich, dass nach seinem Geschmack dieser Wein eben etwas besonderes ist. Ob er uns dann tatsächlich schmeckt ist wiederum ein ganz anderes Thema.


 

Internationale Weine - Trend oder Experiment?

Es war Parker, der als Erster der Welt eine einfache, populistische Lösung zum Thema 'Weinbeurteilung' gegeben hat. Ein guter Wein muss möglichst dunkel sein, im Barrique ausgebaut und nach Röstaromen und Vanille riechen. Nicht zu vergessen, dass die Traubensorten Cabernet Sauvignon oder beim Weißwein Chardonnay zu heissen haben.!
Herr Parker hat hier m.E. etwas losgetreten, was er sicherlich im Vorfeld so nicht wollte: Die Internationalisierung des Weines! Rund um den Globus wurde plötzlich überall experimentiert. Die Weine wurde uniformer, gefälliger und dadurch insbesondere den gelegentlichen Weintrinkern zugänglicher gemacht. Bewusst kann hier das Wort 'gemacht' benutzt werden, weil nicht mehr nur des Weinmachers Philosophie vorrangig war sondern zunehmend das Kaufverhalten der Weintrinker.
In der negativen Betrachtung sind internationale Weine austauschbar. Mit der Zeit kann es durchaus langweilig werden, permanent nur glatte, superkonzentrierte, tieffarbene Weine mit langem Abgang, weichen Tanninen und undefinierbarer Herkunft zu trinken. Aber: Die Gemeinschaft der Weintrinker bekommt die Weine, die sie mag! Deshalb sollte man diesen Weintrinkern keinen Vorwurf machen, bloß weil sie eben gerade auf der Mainstream-Linie gelandet sind.

Die Internationalisierung wird vorangetrieben, weil sehr viele Menschen (nur) ab und zu Wein trinken und meist den gefälligeren internationalen Stil bevorzugen. Die 'schwierigen' Weine dieser Gruppe anzubieten würde hier möglicherweise Ablehnung hervorrufen. Generell möchte ich persönlich diese Einstellung nicht verteufeln. Diese Richtung hat ja auch Vorteile: Es wird viel experimentiert, viele neue Weine und Stilrichtungen entstehen und durch die Möglichkeiten des Vergleichs zwischen dem traditionellen und internationalen Stil öffnen sich für alle neue Türen.
Manchmal jedoch ist der 'einfache', eigenständige, vielleicht sogar Terroir geprägte Weintyp viel schöner als der perfekte aber 'internationale' Wein. Vielleicht will der Bachusjünger eben gerade nicht 'runde' sondern 'eckige' Weine trinken, charaktervolle, individuelle, solche mit unglaublichem Tiefgang, den zu erforschen es viel Zeit erfordert. Und Muße, um diesen Wein zu genießen. Und zu würdigen.   


Korken - Ein immer wieder leidiges Thema! 

Wer kennt das nicht: Aus dem Keller eine tolle Flasche geholt, voller Erwartung geöffnet, eingeschenkt, Nase ins Glas und schon beim ersten Riechen festgestellt: KORK! 

Was ist denn eigentlich ein 'Korkschmecker' und woran erkennt Mann/Frau diesen?
Der Korkschmecker ist ein Weinfehler, der sich durch muffigen Geruch und unangenehmen, modrigen oder bitteren Geschmack auszeichnet (auch mangelnde Frucht, adstringierendes Bouquet). Chemisch gesehen wird dieser durch Trichloranisol (TCA) verursacht, das in Reaktion von Phenolen mit chlorhaltigen Stoffen und Schimmelpilz entsteht. Als Ursache wird oft mangelnde Sorgfalt bei der Produktion von Korken angenommen. Geschätzte 5-10% der gesamten Wein-Produktion sollen durch Korkschmecker beeinträchtigt sein. Chemische Lösungsansätze könnten sein: Abtötung der Schimmelpilzkeime durch Strahlung, Erhitzung mit Mikrowellen, Deaktivierung der Stoffwechsel-Produkte der Schimmelpilze durch Enzyme. Wegen der enormen Nachfrage kommen Korken in zunehmend schlechterer Qualität (großporig, undicht, porös) auf den Markt. Die aus diesen Gründen tatsächlich idealen Verschlüsse wären damit eigentlich Kronkorken, Schraubverschlüsse oder Kunststoff-Korken. Technisch gesehen der ideale Verschluss, wenn, ja wenn die Ästhetik und Kultur nicht wäre!
  
Die Farbe des Weines, sein Duft, die Aufmachung  sind Dinge, die wir in den Begriff 'Wein' hinein interpretieren. Wein und Kultur prägen sich gegenseitig. Um den Fortbestand unserer Weinkultur zu sichern gibt es nur einen wahren Verschluss, nämlich den reinen Naturkork. Das Öffnen der Weinflasche ist ein Ritual. Das Fehlen des Plopps oder gar das Öffnen mit einem Feuerzeug (bei Kronkorken) ist überhaupt nicht ästhetisch und darüber hinaus ein gravierender Kulturverlust. Sicherlich muss nicht jeder Wein mit einem Naturkorken versehen sein, schon gar nicht solche Flaschen, deren Trinkhorizont deutlich weniger als ein Jahr beträgt oder bei 1,29 Euro-'Pullen'. Und bei den anderen? Können Sie sich einen Cabrida oder San Vicente mit einem Schraubverschluss vorstellen? Zur Zeit jedenfalls nicht, oder?
 
Kork ist der nahezu ideale und auch von der Ästhetik her gesehen optimale Verschluss für Weinflaschen. Er ist leicht, sauber, temperaturunempfindlich, wird selten von Fäulnis befallen, ist luftundurchlässig, extrem elastisch, hat eine lange Lebensdauer. Darüberhinaus ist er jedoch ein langsam nachwachsendes Naturprodukt, das noch in ausreichenden Mengen verfügbar ist. Wahrscheinlich wird sich die Entwicklung weg vom Naturkorken aus ökologischen und ökonomischen Gründen nicht aufhalten lassen. Bis dahin können wir als Verbraucher jedoch einen Prozess in uns selber bewegen, der da einfach heisst: Umdenken, auch mal an etwas anderes gewöhnen, und einen offensichtlich ansprechenden Wein, der tatsächlich mit einem Schraubverschluss oder Kunststoff-Korken versehen ist, nicht gleich in die Ecke stellen!
 
Zur Zeit tut sich in Spanien mit alternativen Verschlüssen noch sehr wenig, wobei Tendenzen erkennbar und Diskussionen intensiv geführt werden. Wir selber warten gespannt auf die ersten Flaschen mit Nicht-Naturkork-Verschluss. Ob Mann/Frau den Unterschied bei einer Blindverkostung feststellen kann bleibt dann abzuwarten. Bis dahin werden wir Ihnen weiterhin qualitativ ansprechende und hochwertige Naturkork-Flaschen anbieten.