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Korken - Ein immer wieder leidiges Thema!

Korken - Ein immer wieder leidiges Thema!

Wer kennt das nicht: Aus dem Keller eine tolle Flasche geholt, voller Erwartung geöffnet, eingeschenkt, Nase ins Glas und schon beim ersten Riechen festgestellt: KORK! 

Was ist denn eigentlich ein 'Korkschmecker' und woran erkennt Mann/Frau diesen? 

Der Korkschmecker ist ein Weinfehler, der sich durch muffigen Geruch und unangenehmen, modrigen oder bitteren Geschmack auszeichnet (auch mangelnde Frucht, adstringierendes Bouquet). Chemisch gesehen wird dieser durch Trichloranisol (TCA) verursacht, das in Reaktion von Phenolen mit chlorhaltigen Stoffen und Schimmelpilz entsteht. Als Ursache wird oft mangelnde Sorgfalt bei der Produktion von Korken angenommen. Geschätzte 5-10% der gesamten Wein-Produktion sollen durch Korkschmecker beeinträchtigt sein. Chemische Lösungsansätze könnten sein: Abtötung der Schimmelpilzkeime durch Strahlung, Erhitzung mit Mikrowellen, Deaktivierung der Stoffwechsel-Produkte der Schimmelpilze durch Enzyme. Wegen der enormen Nachfrage kommen Korken in zunehmend schlechterer Qualität (großporig, undicht, porös) auf den Markt. Die aus diesen Gründen tatsächlich idealen Verschlüsse wären Schraubverschlüsse oder Kunststoff-Korken. Technisch gesehen der ideale Verschluss, wenn, ja wenn die Ästhetik und Kultur nicht wäre!

Die Farbe des Weines, sein Duft, die Aufmachung  sind Dinge, die wir in den Begriff 'Wein' hinein interpretieren. Wein und Kultur prägen sich gegenseitig. Um den Fortbestand unserer Weinkultur zu sichern gibt es nur einen wahren Verschluss, nämlich den reinen Naturkork. Das Öffnen der Weinflasche ist ein Ritual. Das Fehlen des Plopps oder gar das Öffnen mit einem Feuerzeug (bei Kronkorken) ist überhaupt nicht ästhetisch und darüber hinaus ein gravierender Kulturverlust. Sicherlich muss nicht jeder Wein mit einem Naturkorken versehen sein, schon gar nicht solche Flaschen, deren Trinkhorizont deutlich weniger als ein Jahr beträgt oder bei 1,29 €-'Pullen'. Und bei den anderen? Können Sie sich einen Cabrida, einen Almirez, oder gar einen Clos Mogador mit einem Schraubverschluss vorstellen? Zur Zeit jedenfalls nicht, oder?

Kork ist der nahezu ideale und auch von der Ästhetik her gesehen optimale Verschluss für Weinflaschen. Er ist leicht, sauber, temperaturunempfindlich, wird selten von Fäulnis befallen, ist luftundurchlässig, extrem elastisch und hat eine lange Lebensdauer. Darüberhinaus ist er jedoch ein langsam nachwachsendes Naturprodukt, das noch in ausreichenden Mengen verfügbar ist. Wahrscheinlich wird sich die Entwicklung weg vom Naturkorken aus ökologischen und ökonomischen Gründen nicht aufhalten lassen. Bis dahin können wir als Verbraucher jedoch einen Prozess in uns selber bewegen, der da einfach heisst: Umdenken, auch mal an etwas anderes gewöhnen und einen offensichtlich ansprechenden Wein, der tatsächlich mit einem Schraubverschluss oder Kunststoff-Korken versehen ist, nicht gleich in die Ecke stellen! 

In Spanien hat sich diesebezüglich schon sehr viel verändert. Der Schraubverschluss setzt sich gerade bei einfachen und mittleren Qualitäten immer mehr durch. Der Umdenkprozess in Spanien ist in vollem Gange obwohl ja durchaus auch bewusst gemacht wird, dass Arbeitsplätze in der Kork verarbeitenden Industrie ersatzlos gestrichen werden müssen.

Qualitativ sind Weine mit Korkverschluss oder solche mit Schraubverschluss nicht zu unterscheiden. Diese Entwicklung wird sich auch nicht mehr aufhalten lassen. Es ist begrüßenswert, dass Alternativ-Verschlüsse mittlerweile sehr gut angenommen werden. Das anfängliche 'Aber' ist nahezu gänzlich gewichen.

Sicherlich sind wir nicht in der Position, vom Hersteller zu fordern, dass nur noch dieser oder jener Verschluss verwendet werden soll. Wir stehen allen Verschlüssen sehr positiv gegenüber.

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